Wie kann man sich die kommende Freiheit finanzieren?
6. Februar 2018

Wir waren nach der „Winterpause“ ja nun drauf und dran mit der Restauration des Koffers zu beginnen. Vorher wollten wir aber noch unseren Mercedes LA 911 technisch durchchecken. Über eine eher zufällige Instagram Bekanntschaft haben wir Max aus Bonn kennen gelernt, Max arbeitet in einer Oldtimerwerkstatt und hat sich vor Kurzem selbst auch ein Mercedes LA 911 gekauft. Genau den, den wir uns mit als Erstes angesehen hatten, ihn aber auf die lange Bank geschoben haben da es unseres Erachtens zu viel Arbeit gewesen wäre Ihn wieder schick zu machen. Wie klein die Welt doch manchmal ist 😉 Die Reise zu Max von „Oldtimer-Technik-Bonn“ haben wir für euch nachfolgend videotechnisch dokumentiert.

Immer wieder warten, warten, warten…

Aber es kann ja auch nicht immer alles reibungslos klappen. Erfreulicherweise aber funktionieren dann ureigene Frühwarnsysteme doch noch, wenn auch ausgelöst von exentrischen Begebenheiten.

Nach Bonn wollten wir jetzt wie angekündigt endlich mit der Restauration der Karosse beginnen und waren schon sehr heiß drauf in die heiligen Hallen unseres Karosseriebauers einzuziehen. Ja… sind wir aber nicht, aber ehrlich gesagt vielleicht war das ja auch ganz gut so. Wir hatten ja einen Karosseriemeister an der Hand, der sich bereit erklärt hatte uns bei unserem Vorhaben zu unterstützen. Die Koffererhöhung, sämtliche Restaurationsarbeiten sowie die Lackierung sollten in seiner Werkstatt erfolgen.

Nun, die Rahmenbedingungen waren eigentlich soweit geklärt und so hatten wir uns für das letzte Wochenende verabredet, um den LKW zu ihm zu bringen und den Ablauf sowie die ersten Schritte zu besprechen. Uns war auch wichtig viel mit zu helfen. Daher wollten wir alles gut planen, damit wir die Wochenenden und auch die nächsten Urlaube optimal für alle anstehenden Arbeiten nutzen können.

Zunächst wurden wir wegen einer privaten Feier auf den Sonntag vertröstet. Soweit kein Problem. Am Sonntag brachten wir die Ommelnönne dann wie vereinbart zur Werkstatt. Der Karosseriebauer war dann auch vor Ort, hatte aber keine Zeit für uns, da er unbedingt noch einen anderen Auftrag am selbigen Tag fertigmachen musste. Er sicherte uns aber zu, dann morgen für uns Zeit zu haben. Na gut… dann eben morgen. Gesagt getan fuhren wir dann wieder hin. So. Und wer war nicht da? Natürlich der Karosseriebauer. Wie bestellt und nicht abgeholt standen wir dann bei eiskaltem Wind gute 20 min vor seiner Halle. Alles dunkel und auf unser Klopfen keine Reaktion. Ans Telefon ging er natürlich auch nicht. Ja spitzenmässig. Sehr vertrauenserweckend wenn das Ganze so startet. Ans Handy ging er dann auch den ganzen Abend nicht. Auch sonst kein Lebenszeichen von ihm.

 

Planänderung

Am nächsten Tag erfuhren wir dann (auf Nachfrage), dass er so viel zu tun hatte und uns wohl irgendwie vergessen hatte…. Also irgendwie dubios das Ganze. Dadurch entstand bei uns Beiden dann ein ungutes Gefühl, ob der Typ wohl so der beste Ansprechpartner für unser Projekt ist. Man sollte sich bei so einer Geschichte auf sein Gegenüber schon verlassen können. Mit der Aktion hat er definitiv schon mal bewiesen, dass wir das nicht unbedingt können. Und ganz ehrlich? Irgendwie hatten wir von Anfang an schon unsere Bedenken, ob das alles so klappt wie geplant. Nicht wegen fachlicher und handwerklicher Unfähigkeit, sondern vor Allem der Frage ob das mit dem Zeitplan so klappt. Tobi hatte dann noch eine Unterredung mit einem Bekannten von ihm, der mit seiner Geschichte unseren Eindruck bestärkte.

So haben wir uns also entschieden von der Restauration bei dieser Werkstatt Abstand zu nehmen. Wir haben kein Interesse daran ständig versetzt zu werden und dann nicht weiter zu kommen. Nachher steht der LKW zerlegt in der Werkstatt und es geht wochen- oder monatelang nicht weiter. Absoluter Super-Gau! Zum Schluss gibt es vielleicht noch Stress und böses Blut. Nein, das wollen wir nicht und so wollen wir auch nicht in unser Projekt starten. Es kann und wird ganz sicher immer mal etwas nicht klappen oder länger dauern. Aber Manches lässt sich auch im Vorfeld vermeiden. Stickwort: Bauchgefühl.

 

Und nun, wie geht es weiter?

Jetzt geht es quasi einen Gang zurück. Wir haben nun nach einiger Recherche und einigen hilfreichen Tipps von Unterstützern aus der Ferne einen neuen Plan wie wir jetzt vorgehen.

Und zwar werden wir nun alle anstehenden Arbeiten aufteilen und nicht alles aus einem Guss machen lassen. Wäre zwar bequem gewesen aber warum einfach, wenn es auch komplizierter geht? 😉 Wir werden die Koffererhöhung nun wie ursprünglich geplant bei Slava unserem Schweißer machen lassen, wo die Ommelnönne ganz zu Anfang Unterschlupf gefunden hatte. Dabei werden wir, außer bei den Schweißarbeiten, viel selbst Hand mit anlegen. Geplant ist, jedenfalls die Rostbehandlung sowie das Lackieren des Koffers, größtenteils selber zu übernehmen. Das Fahrerhaus werden wir vermutlich parallel extern restaurieren lassen um im Zeitplan zu bleiben. Vorher werden noch neue Räder montiert. Wenn dann alles soweit erledigt ist und Koffer mit Fahrerhaus wieder zusammengefunden haben, wird es dann an den Innenausbau gehen. Da wollen wir das Meiste selber machen. Tobi konnte dafür aber auch schon kompetente Unterstützung rekrutieren.

Zeitlich hoffen wir nächstes Jahr im Frühjahr größtenteils fertig zu sein. Zumindest, dass die Ommelnönne dann inklusive Ausbau fahrbereit ist.

 

Letzte Vorbereitungen

Jetzt warten wir im Prinzip noch auf den Startschuss von unserem Schweißer. An den letzten Wochenenden haben wir alles für die Restaurationsarbeiten vorbereitet. Dazu wurden außen alle Reste von den Funk-Anbauten und sämtliche Häkchen und Ösen abgeschraubt, die Türdichtungen entfernt und die Zierleisten abgenommen. Gescheitert sind wir dabei lediglich an der Haltevorrichtung für den Funkmast. Das Teil sitzt so dermaßen bombenfest, dass es sich auch mit roher Gewalt und vollem Körpereinsatz nicht vom Koffer lösen wollte. Da muss und dann unser Schweißer mit großem Werkzeug noch mal zur Hand gehen. Im Innenraum haben wir die restlichen Antennen und Glaswollflusen entfernt.

Die „spaßigste“ Aufgabe war aber definitiv der Boden. Der PVC – Belag ließ sich mühelos entfernen. Der Holzboden dann weniger. Erst mal waren die Bretter tausendfach verschraubt. Von DEN Schrauben war dann ein nicht unerheblicher Teil festgerostet. Ohne entsprechendes Werkzeug und selbst mit WD40 kamen wir so nicht weiter. Also ab in den Baumarkt und eine Feuersäge kaufen 😉 Tobi hat dann erst mal bei allen rostigen Schrauben die Köpfe abgeflext. So richtig toll ging das dann immer noch nicht. Zum Glück konnten wir uns bei der benachbarten Spedition noch zwei große Brechstangen leihen. Mit zwei großen Holzklötzen, die wir uns vorher aus dem Gestrüpp gesucht hatten, viel Kraft und Anstrengung gelang es uns schließlich nach und nach die Bretter heraus zu stemmen. Das letzte Brett war dann noch so derart penetrant, dass wir es mit einer Kreissäge in der Mitte teilen mussten. Schließlich gab die verbleibende Hälfte auch ihren Widerstand auf und löste sich vom Kofferboden. Ein echter Krampf! Den Boden hatten wir definitiv unterschätzt.

Die Fenster waren dann vergleichsweise ein Leichtes. Nach dem Herausnehmen des Keders ließen sie sich problemlos mittels etwas Silikonspray von innen aus der Dichtung drücken.

Die Fenster haben wir dann erst mal mit heimgenommen, um die vorhandenen Dichtungen auszumessen, auszutauschen, die Rahmen zu schleifen und neu zu lackieren. Die passenden Profile zu finden wird wohl auch noch eine Freude werden…

 

Die neue Einzelbereifung

Nun warten wir wieder einmal, dass es weitergeht. Irgendwie haben wir die meiste Zeit seit dem Erwerb der Ommelnönne mit Warten verbracht. Tja, das gehört wohl dazu. Auch wenn die Ungeduld schon ziemlich nagt.

Ansonsten hat Tobi sich in der Zwischenzeit noch um neue Reifen gekümmert. Nach viel Recherchearbeit und der Befragung einiger anderer 911er Fahrer hatten wir zunächst eine 22,5 Zoll LKW Bereifung im Visier. Als wir jedoch bei der Ausleihe der Brechstangen zufällig eben diese Reifen erblickten, waren wir dann doch erschrocken über die tatsächliche Größe. Eigentlich sollten es auch nur wegen der unkomplizierten weltweiten Verfügbarkeit diese LKW Reifen sein. Schließlich wollen wir ungern irgendwo stranden und wochenlang auf Ersatz warten, wenn wir dann irgendwann mal Europa verlassen und auf große Tour gehen. Aber als wir dann vor diesem riesigen Reifen standen waren wir uns relativ schnell einig, dass wir die gar nicht haben möchten. Zudem hätte uns der TÜV bei einer 22,5 Zoll Bereifung mit Baustellenprofil in Bezug auf unser H- Kennzeichen auch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das wollen wir natürlich unter keinen Umständen verlieren.

Also haben wir nochmal nachgelesen und Menschen befragt. Schließlich stieß Tobi auf ein interessantes Angebot wo wir dann auch zugeschlagen haben. Nun sind es die Continental MPT81 Offroad Reifen geworden in der Größe 335/80 R20. Lustiger Weise wollte der liebe Max aus Bonn, der uns im Winter schon bei der Technik geholfen hat auch gleich welche haben. Da der Lieferant bei ihm um die Ecke wohnt, holt er die Reifen dann persönlich ab. Wenn der Koffer dann ab ist bekommen wir von Max die Reifen gebracht. Wir danken Max an dieser Stelle schon mal für seine große Hilfsbereitschaft. Mit den vorhandenen völlig porösen Reifen möchten wir definitiv auch keine weiteren Strecken mehr fahren. Daher freuen wir uns sehr über die persönliche Anlieferung.

 

Ein unaufhaltsamer Abschied

Und dann haben wir noch einen Käufer für das Hasenmobil gefunden. Wir hatten ja schon etwas Angst, dass wir das gute Hasenmobil völlig unter Wert veräußern müssen. Im Gegensatz zum leergefegten 911er Markt, ist der Markt für herkömmlich Wohnmobile mittlerweile ziemlich überflutet. Die Debatte um das Dieselfahrverbot ist dann auch nicht unbedingt hilfreich gewesen. Jedenfalls hatten wir einige windige Angebote von Händlern und dreisten Pfennigfuchsern. Die haben dies eben, neben irgendwelchen völlig weltfremden Wertverlustrechnungen, zusätzlich als Argumentation genutzt, um den Preis rabiat zu drücken. Ansonsten hatten wir ja monatelang nicht eine seriöse Anfrage. Klar es war Winter, da fährt kaum jemand und die Lust aufs Campen hält sich zumindest in deutschen Gefilden in Grenzen. Als im März dann immer noch das Telefon und Mailpostfach schwieg wurden wir dann doch etwas nervös. Schließlich sind wir auch auf den Erlös des Verkaufes angewiesen. Ansonsten kommen wir mit dem Ausbau der Ommelnönne nicht weit.

Zum Glück kamen dann doch noch ernsthafte Interessenten. Bei der dritten Besichtigung hat es dann schließlich geklappt. Das Hasenmobil wurde abgeholt und auf den Namen „Theo“ getauft. Die neuen Besitzer sind begeistert und werden sich sicherlich gut drum kümmern.

 

Der Countdown läuft…

Jetzt geht es hoffentlich endlich bald los. Vor ein paar Tagen bekamen wir die Nachricht, dass nun Platz in der Halle geschaffen wird, da ein anderer Kunde wohl endlich seinen Auftrag abholt. Dann kann das nächste und damit sehr interessante Kapitel also bald beginnen „Die Koffererhöhung“

4 Comments

  1. Jens Weigel sagt:

    Hallo, ich folge euch schon ne Weile… ich habe momentan auch das Projekt am laufen. Rückschritte und Planänderungen habe ich zu genüge erlebt! Aber nie mein Ziel aus den Augen verloren!
    Schönes Fahrzeug habt ihr euch ausgesucht!!
    Ich selbst habe 1,5 Jahre damit verbracht ein Fernreisemobil zu bauen, und habe sogar den Koffer selbst gebaut! Als das grundfahrzeug fertig war, habe ich mich der Größe wegen entschieden es zu verkaufen…. und habe mir ein größeres zugelegt! An dem baue ich jetzt seit einem halben Jahr…. und bin fast soweit das es mit dem Ausbau losgehen kann. Inspirationen hole ich mir auf Blogs wie eurem und von den hermanns.
    Macht weiter, lasst euch nicht unterkriegen, und vor allem habt immer Spaß dran!!
    Vielleicht hört oder sieht man sich mal…..
    Gruß Jens

    • Tobi sagt:

      Hallo Jens, danke für deine lieben Worte 🙂 Wir wünschen dir auch noch viel Spaß und Erfolg bei deinem Ausbau!!
      Und ja klar wir würden uns freuen wenn man sich mal unterwegs trifft 🙂 Unser Innenausbau ist für diesen Winter
      geplant, und wir hoffen nächstes Jahr im April/Mai fertig zu sein 😉

  2. Dietmar Kaufmann sagt:

    Hallo ihr zwei,
    Wir haben euren Vlog sehr interessiert verfolgt und mit Spannung darauf gewartet wie es weiter geht.
    Meine Frau Christine und ich sind zur Zeit auch dabei einen Kurzhauber um- und aufzubauen.
    Nun könnte ich diese Woche feststellen, Ihr seit fertig mit dem Projekt. Schaut echt gut aus.
    Mich hätte der Ausbau des Koffers sehr interessiert, deshalb meine Frage :
    Macht ihr weiter mit dem Vlog, es würde uns sehr freuen wieder was von euch zu hören.

    Schönen Gruß aus Unterfranken
    Dietmar

    • Tobi sagt:

      Hallo Dietmar, danke erstmal 🙂 Um deine Frage zu beantworten: JA 😀 Alles ist gefilmt worden, nur war in den letzten Monaten keine Zeit dafür alles noch zu schneiden… Daher legen wir mit der Kofferrestauration Vlog Serie ab spätestens November wieder los, und dann kommt jede Woche ein neuer Vlog 🙂 Innenausbau ist dann auch dabei 😉 glg

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