Eine Reise zum Abgewöhnen…
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Auf der Suche nach der Ommelnönne
18. September 2017

Da waren wir nun, auf dem Caravan Salon in Düsseldorf, September 2014. Und dort trafen wir auf unendliche Weiten. Hallen über Hallen voll mit Modellen verschiedenster Hersteller mit variierender Ausstattung von klapprig billig bis obzön schick und teuer war alles vertreten. Für uns war relativ schnell klar, dass der Großteil der angebotenen Modelle für unseren Geldbeutel sowieso nicht in Frage kommt. Eigentlich wollten wir ja auch nur gucken. So begaben wir uns zu den gut gefüllten Ständen der Capron-Marken und besichtigten die dargebotenen Fahrzeuge.

Wer sich in der Szene auskennt weiß, dass sich die Capron-Modelle vom Grundriss ähneln bzw. beinahe identisch sind. Unterschiede finden sich hier vor allem in der Farbe der verbauten Möbel und Polster. Technisch exakt gleich, preislich nahe beieinander, vielleicht „batteln“ sich die Anbieter eher wer noch welches Gimmick draufpackt oder mehr Zugeständnisse bei der Garantie macht. Im Prinzip ist es letztendlich eine Frage des persönlichen Geschmackes.

Das Rennen machte schließlich der Carado T348. Also wenn wir uns einen kaufen würden dann den. Viel Lichteinfall, schöne Aufteilung für ein gutes Raumgefühl, man kommt überall ran, angenehme Farben und alles da was Mann/Frau braucht. Wenn dann würden wir den nehmen. Wir können ja spaßeshalber mal ausrechnen lassen, was uns eine Finanzierung kostet und wie lange wir den Spaß abbezahlen müssen dachten wir uns. Der Verkäufer fackelte nicht lange sofort kam ein Bank-Typ mit Aktenkoffer und Taschenrechner herbeigeeilt.

Spitzen(!)Messe Angebot… nur 6% Zinsen , danach sind es Blah, BLAH….Jaja danke erst mal…“.

Mit gemischten Gefühlen fuhren wir unverrichteter Dinge wir nach Hause. Tja was tun…gefallen würde der wohl, aber natürlich viel viel viel mehr Geld, als wir eigentlich ausgeben konnten und wollten……

 

Die nächsten Tage waren von einem Wechselbad der Gefühle und Gedanken gezeichnet. Wir schwankten zwischen einem „JA“ in voller Überzeugung von wegen, dass man ja nur einmal lebt und das hier und jetzt, bis zu „Sind wir jetzt komplett wahnsinnig geworden?“ Lange Rede, kurzer Sinn, letztendlich haben wir nach einem Kassensturz, dem Verkauf von Tobis Harley (man kann halt nicht alles haben und manchmal muss man Opfer bringen 😉 ) und dem mobilisieren eines Privatkredites uns dann doch dazu durchgerungen den Carado zu bestellen. Im nächsten Frühjahr zu Beginn der Saison sollten wir ihn dann bekommen. Wir freuten uns im Frühling 2015 zu den ersten Touren zu starten.

Leider sollte es dann zunächst etwas anders kommen als geplant. Aufgrund der großen Nachfrage und der kaum zu bewältigenden Menge von Bestellungen verzögerte sich der Ausliefertermin vom ursprünglich angekündigten März bis Anfang Mai. Unser anfängliches Verständnis war allmählich einer sukzessiv wachsenden Ungeduld gewichen.

 

Doch dann war endlich der Tag der Tage gekommen. Unser Mobil war endlich vom Capron-Werk beim Händler eingetroffen und sollte nun noch in der folgenden Woche in der hauseigenen Werkstatt noch mit Solaranlage, Fahrradträger und Co versehen werden. Nur noch wenige Tage, dann können wir ihn abholen. Der erste Urlaub war bereits eingereicht und die erste Reise geplant. 10 Tage hatten wir Zeit und freuten uns bald mit unserem eigenen Wohnmobil Richtung Süden aufzubrechen.

Dann… wenige Tage vor dem Abholtermin kam der derbe Rückschlag. Ich weiß noch genau wie ich gerade in der Autowerkstatt saß und meine Wartezeit während des Reifenwechsels an meinem Auto mit dem Stöbern bei Facebook überbrückte. Da kam der Schock: „GROßBRAND BEI PALMOWSKI….das ganze Gebäude und hunderte Wohnmobile sind heute in Flammen aufgegangen…“ Mir fiel alles aus dem Gesicht. Völlig ungläubig starrte ich auf die Zeilen und Fotos. Ich wollte es zunächst nicht wahrhaben. Das musste doch ein schlechter Scherz sein…War es leider nicht. In den kommenden Stunden folgte eine umfassendere Berichterstattung die das komplette Ausmaß der Zerstörung zeigte. Das Feuer hatte die komplette Werkstatt, einen Teil der Verkaufshalle und den Großteil der auf dem Gelände abgestellten Fahrzeuge vollständig vernichtet. Somit legte sich der Verdacht nahe, dass auch unser Mobil den Flammen zum Opfer gefallen war. Schließlich sollte es in diesen Tagen auch in der Werkstatt bearbeitet werden. Mit einem unguten Gefühl versuchten wir mehrfach telefonisch jemanden vor Ort zu erreichen. Verständlicherweise gestaltete sich dies schwierig, da die Mitarbeiter vor Ort mit einem Chaos ungeahnten Ausmaßes konfrontiert waren und wir beileibe nicht die einzigen Kunden waren die sich nach dem Verbleib ihres Fahrzeuges erkundigten wollten. Da sämtliche Rechner samt Kundenserver vom Löschwasser geflutet wurden war es ein äußerst kompliziertes Unterfange die zum Teil auch völlig ausgebrannten Wohnmobile ihren (zukünftigen)Besitzern zu zuordnen.

 

Die Hoffnung noch in den geplanten Urlaub fahren zu können schwand zusehends. Zumal stand nicht nur die bevorstehende Reise auf der Kippe. Sollte es sich herausstellen, dass auch unser Wohnmobil von Rauch und Feuer beschädigt oder gar zerstört worden war, hätten wir wenig Chance für die laufende Saison noch an ein Fahrzeug heranzukommen. Meine Laune sank von Tag zu Tag immer weiter in den Keller. Das konnte doch alles nicht wahr sein!

Nach endlosen Tagen des Wartens schließlich die erleichternde Nachricht! Wir hatten mega Glück im Unglück. Unser Mobil stand zum Zeitpunkt des Brandes auf einem anderen Parkplatz außerhalb und war komplett unbeschadet geblieben. Wir sollten also unser Wohnmobil bekommen. Da die Werkstatt völlig zerstört war musste improvisiert werden wodurch sich die Übergabe weiter verzögerte. Die Reise fiel dann wie befürchtet ins Wasser. Im Juni war es dann endlich so weit. Nun waren wir stolze Besitzer unseres eigenen Wohnmobils und starteten unverzüglich unsere Jungfernfahrt im Rahmen eines Wochenendtrips.

Die erste längere Reise war dann im Sommer 2015 die Fahrt zum Gardasee. Schnell lernten wir unser neues Gefährt zu schätzen und zu lieben. Es war absolut kein Verglich zu dem schäbigen Mietmobil. Durch das freundliche Ambiente im Inneren und die durchdachte Raumaufteilung kann man durchaus auch mal den ein oder anderen Regentag verschmerzen. Fortan waren wir so oft wie es ging unterwegs und nutzen jedes freie Wochenende für einen Trip ins Grüne.

So avancierte unser Wohnmobil schnell zu einer Art neuem Familienmitglied 😉 Daher tauften wir (Hase und Hase, wie wir uns gegenseitig nennen) es auf den Namen Hasenmobil. So wurde es bis jetzt zu unserem treuen Begleiter.

 

Niemals wäre es uns zu Beginn in den Sinn gekommen das Hasenmobil freiwillig wieder herzugeben. Mit zunehmender Reiseerfahrung (mehr dazu demnächst im Reiseblog) stellten wir fest, dass wir in unseren Möglichkeiten doch recht beschränkt sind. Zwar sind wir dank Solaranlage schon für einige Tage autark, jedoch sind 100 Liter Wasser ohne Filteranlage endlich und wir müssen je nach Reiseziel und Wasserqualität immer ausreichend dieser blöden PET-Flaschen dabei haben. Und feste Wege verlassen ist zwar im gewissen Rahmen möglich sollte aber gut überlegt sein. So ein Wohnmobil ist für holprige Wege einfach nicht geschaffen. Und wir haben festgestellt, dass wir ungern dauerhaft auf Campingplätze angewiesen sein wollen.

Hinzu kamen dann neue Ideen und die Entwicklung eines neuen Lebensentwurfes…

 

Unser Hasenmobil: als Reisemobil top, aber dauerhaft darin leben?

Wir haben viel darüber nachgedacht, aber sind zu dem Entschluss gekommen, dass es dem Anspruch leider nicht ganz genügt. Außerdem finden wir es zwar im Inneren nach wie vor schön, möchten aber als Wohnung etwas individuelleres und robusteres bewohnen, womit wir auch mal eine holprige Piste fahren können. Damit begann also die Suche nach unserem nächsten Gefährt…

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