Neues Jahr und neue Zeilen
27. Januar 2018
Gegenwind und Rückwärtsgang
16. April 2018

Gedanken darüber wie man sich seinen Lebensunterhalt von unterwegs aus verdienen kann…

 

Noch sind wir Zwei ja voll im Berufsleben integriert wobei Melly sich in unserer neuen Heimat schon einen 3-Tage Job gesichert hat und ich den Vollzeitjob übernehme. Somit kann sich Melly jetzt schon nebenbei ein paar Standbeine auf selbstständiger Basis aufbauen was bis jetzt auch ganz gut anläuft. Melly erstellt nebenbei noch Dreadlocks auf professioneller Basis als Franchisenehmerin einer großen Dreadfirma die deutschlandweit Standorte hat und weiter ausbaut. Meine Wenigkeit ist wie schon geschrieben im Vollzeitjob verankert und mir bleibt nur das Wochenende und der Feierabend um zu planen was man zukünftig machen kann um ein paar Taler zu verdienen.

 

Mit Dreadlocks alleine werden wir somit ganz sicher nicht unseren Lebensunterhalt verdienen können, das ist uns ganz klar 😉 Also wie gehen wir die ganze Planung an? Nun ja, was sind denn unsere Kernkompetenzen, was können wir gut? Wo haben wir seit Jahren unseren Schwerpunkt? Wollen wir weiter diesen Schwerpunkt vertiefen oder wollen wir was Neues probieren? Ist etwas Neues sinnvoll oder wäre es zu viel Arbeit sich das „beizubringen“? Können wir unsere Schwerpunkte vielleicht mit etwas Neuem kombinieren? Alles Fragen die man sich am Besten schon jetzt stellen sollte und nicht erst dann wenn wir unsere Wohnung kündigen.

 

Also gehen wir erst mal zurück auf unsere Berufe

Was machen wir gerade, in welcher Branche sind wir tätig und gibt es dort einen Bedarf an selbstständiger Tätigkeit den man auch von unterwegs aus bedienen kann?

Melly ist studierte Sozialpädagogin, hat viele Jahre in einer Tagesförderstätte gearbeitet und nebenbei noch eine Ausbildung zur Wildnispädagogin absolviert. Ich selbst bin zwar ein sozialer Mensch habe aber von Pädagogik keine Ahnung, da sich mein Berufsleben eher auf organisatorische und kaufmännische Tätigkeit bezieht. Da ich aber schon eine lange Zeit selbstständig gearbeitet habe fällt es mir, so denke ich zumindest jetzt, nicht sehr schwer eine Idee zu finden womit ich unsere Brötchen mitverdienen kann.

 

Machen wir uns erst einmal Gedanken darüber wie viel wir mindestens im Monat verdienen müssen um zu „Überleben“. Das kann sehr wenig sein oder auch eine beträchtliche Summe. Es kommt bekanntlich immer darauf an wie viel wir konsumieren wollen und müssen. Wollen wir ein Leben auf Rädern in Saus und Braus oder wollen wir es so spartanisch wie möglich angehen das Ganze? Oder wollen wir doch lieber für den Anfang einen Mittelweg finden der beides verbindet? Durch den Verkauf unserer derzeitigen Besitztümer werden wir wahrscheinlich ein gutes Polster haben, welches es aber gilt möglichst auf einen gleichbleibenden Level zu halten was am Anfang sicher nicht ganz einfach sein wird.

 

Somit rechnen wir momentan damit, dass wir im Monat netto zwischen 1500 und 2000 EUR brauchen um alles zu deckeln und trotzdem gut davon leben zu können. Wir werden zum einen Fixkosten in Höhe von ca. 400 EUR haben. Darunter fallen unter anderem Krankenversicherung, LKW-Versicherung und Steuern, Kosten für Internet und Handy, etc. Der Rest geht für Nahrungsmittel, Hundefutter, Arbeitsmaterialien und Rohstoffe für Dinge, die wir selbstherstellen werden sowie Dieselkraftstoff drauf.

Ein Teil vom Rest wird auch gespart um Unvorhergesehenes wie Tierarztkosten und evtl. anfallende Reparaturen die wir nicht selber machen können bezahlen zu können. Mit Sicherheit werden wir noch das Ein oder Andere vergessen was uns vielleicht auch erst dann auffällt wenn wir schon unterwegs sind, aber dafür haben wir auch den Puffer aus den Erlösen unserer Besitztümer die wir verkaufen werden.

 

Bevor wir jetzt in Rechenformeln und Könnte, Hätte, Sollte abschweifen, kommen wir doch mal wieder zurück zum Blogtitel: „Wie kann man sich die kommende Freiheit finanzieren“?

Wir werden uns beide in die selbstständige Arbeit begeben und werden uns nicht nur ein Standbein aufbauen, sondern mehrere kleine um zu sehen, was am besten funktioniert um somit auch mal Einbrüche aus dem einen Standbein mit dem anderen abzufangen. Ein Hund mit 4 Beinen hat auch eine bessere Standhaftigkeit wie ein Mensch mit nur 2 Beinen, um es mal bildlich dar zu stellen 😉

Aber was genau wollen wir machen?

Das fragen uns eigentlich alle Leute die wissen was wir mittelfristig vorhaben.

Leider können wir euch zum jetzigen Zeitpunkt keinen Businessplan vorlegen weil es den auch noch überhaupt nicht gibt und wahrscheinlich auch nie geben wird 😉

Wir können euch aber einige Ideen preisgeben die in unserem Kopf umherschwirren und wo wir bereits jetzt schon dran sind sie umzusetzen.

 

Melly wird sich im Bereich der wie schon angesprochen Dreads ein Standbein aufbauen. Daneben beginnt sie gerade Seminar-und Beratungskonzepte zu entwickeln, welche sich in ihrem Angebot mit einem Leben unterwegs arrangieren lassen. Desweitern gibt es viele Ideen sich kreativ auszutoben und die Endprodukte über verschiedene Vertriebswege zu veräußern.

 

Ich werde eher im organisatorischen Background tätig sein. Dazu zählen Pflege und Erstellung von Onlineshops, das Marketing für uns selbst, Bearbeiten von Videos und diverse Dienstleistungen im Online-Business. Also komplett was Anderes als Melly.

Bei einigen Sachen muss ich mich noch einarbeiten, aber wenn es einem Spaß macht hat man auch Lust dazu es weiter zu verfolgen. Und Spaß machen und an idealistische Ziele anknüpfen sollte möglichst viel von dem was man auf freiberuflicher Basis anstellt.

 

Nebenbei sind wir uns dann auch nicht zu schade übergangsweise saisonale Jobs anzunehmen, zu „woofen“ oder uns für eine Zeit lang Selbstversorger-Projekten oder ähnlichem an zu schließen, wenn es in den freiberuflichen Projekten mal stagniert oder uns der Sinn nach Gesellschaft steht.

Zu dem Ganzen gehört auch die Idee die wir jetzt schon umsetzen, den Blog, YouTube und die ganzen Social-Media-Kanäle zu betreiben. Das machen wir für uns und natürlich auch für euch da draußen 😉 In 5 oder 10 Jahren blicken wir auf die ersten Beiträge zurück und haben somit ganz sicher eine schöne Erinnerung an den Anfang der Geschichte.

 

Ihr seht also die pure Freiheit gibt es so erst mal nicht, jedenfalls noch nicht. Im Prinzip steigen wir auf ein neues Hamsterrad um. Aber vielleicht gelingt es uns die neoliberale Marschrichtung in eine selbstbestimmte, zu uns passenden Reisegeschwindigkeit zu entwickeln. Damit wäre ja schon viel gewonnen.

Der Anfang wird nicht leicht und entscheidet meist über die Zukunft. Sicherlich wird noch die Ein oder Andere Idee dazukommen und wiederum eine Bestehende verworfen.

Fazit:

Am Wichtigsten ist sich vorab klar zu machen, dass es Bauchlandungen, Misserfolge und Krisen geben wird. Aber auch in schweren Zeiten werden wir unbedingt am Ball bleiben und versuchen nicht gleich alles in Frage zu stellen und uns auf keinen Fall von Außenstehenden verunsichern lassen, die beinahe schadenfroh – frohlockend mahnen, dass das ja eh alles nicht klappen wird, weil das ja alles verklärte Hippieromantik sei.

Das kann man so sehen, jedoch lehnen wir beide es ab weiter in der Lohnsklaverei abzustumpfen.

Jeder muss für sich selbst wissen und entscheiden welchen Preis er bereit ist zu zahlen. Wir sind alle keine armen Opfer die das jetzt ertragen müssen weil das halt so ist und das alle so machen bis die Rente uns erlöst. Wer hat das eigentlich mal so entschieden und wer ist überhaupt alle? Ich frage mich immer öfter, ob der Weg der da eingeschlagen worden ist wirklich der ist der die Menschen erfüllt, wenn sich mal jeder für sich ganz ehrlich damit auseinandersetzt.

Für uns ist es definitiv alternativlos endlich aus der Matrix auszusteigen. Alles andere wäre ein Verrat an uns selbst.

 

Nein es wird nicht leicht und eine große Herausforderung, vor der wir absoluten Respekt haben. Aber sind beide bereit uns dieser mit allen Konsequenzen zu stellen. Und wenn wir ganz ehrlich sind reizt uns diese Herausforderung schon sehr!

3 Kommentare

  1. Antje sagt:

    Oh….welch eine Überraschung mal nicht die klassischen Vorschläge zu lesen die gefühlt jeder so gibt 🙂 Ein guter Ansatz, so gehe ich das ganze auch gerade an. Viel Erfolg euch Beiden.

  2. Robin sagt:

    Toller Artikel mit ganz wichtigen Ansätzen. Lerztendlich muss man sich sehr eindringlich mit diesem Thema auseinander setzen und selbst für sich herausfinden, wie die Freiheit auszusehen hat, um am Ende herauszufinden, welche Wege man dafür geht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.